Luftfracht 1x1: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 21. Februar 2018, 14:00 Uhr
Hier findest Du die wichtigsten Fakten zur Luftfracht
Fakten[Bearbeiten]
Welche Dokumente werden für den Export benötigt?[Bearbeiten]
Akkreditiv-Kopie (L/C)
Falls Sie per „Letter of Credit“ verkaufen, um die Transportdokumente den Bedingungen entsprechend ausstellen zu können.
Ausfuhrgenehmigung
Falls erforderlich.
Wooden Packing Declaration
Für den Import in China (aber auch in anderen Ländern wie z.B. Australien oder den U.S.A.) ist es zwingend vorgeschrieben, Holzverpackungen (Paletten, Verschläge, Kisten) nachweislich wärmebehandelt zu haben. Sie müssen speziell beim Versand nach China eine Original-Bestätigung der Wärmebehandlung beilegen.
Non Wooden Declaration
Wenn Ihre Waren nicht auf Holzpaletten oder in Holzverschlägen geliefert werden, genügt eine Erklärung auf der Handels- oder Proforma-Rechnung, dass die Verpackung kein Holz enthält.
Andere Dokumente
Wie tierärztliche Zeugnisse, Gefahrengut-Deklarationen, etc.
Tipp Vermerken Sie auf Ihrem Speditionsauftrag Telefonnummer, Ansprechpartner und gegebenenfalls den Zollagenten/Customs Broker des Empfängers. Das beschleunigt nicht nur die Abwicklung am Empfangsort sondern beugt Verzögerungen und auch Mehrkosten durch Rückfragen vor.
Welche Dokumente werden für den Import benötigt?[Bearbeiten]
Luftfracht muss schnell sein – aber was nützt die schnellste Verbindung zwischen zwei Orten, wenn es beim Abgang oder bei der Ankunft durch falsche oder fehlende Papiere unnötige Verzögerungen gibt? Was benötigt man, um dem vorzubeugen?
IMPORTDOKUMENTE
Im allgemeinen genügen eine Handelsrechnung (even-tuell auch B/L oder Awb-Kopie) und eine Packliste als Begleitpapiere einer Luftfrachtsendung. Oftmals kann aber eine rasche Zollabfertigung nur dann gewährleistet werden, wenn die dafür erforderlichen Zolldokumente bereits die Ware begleiten. Nicht nur die Abfertigung wird dadurch beschleunigt, vielfach ist es auch Ihr Geld, das Sie bei Vorlage der richtigen Dokumente sparen können. Daher sollte vor dem Import sorgfältig geprüft werden, welche Dokumente zolltechnisch notwendig sind, um die Ware überhaupt importieren zu dürfen, bzw. um gegebenenfalls vergünstigte Zollsätze in Anspruch nehmen zu können.
Import von Bekleidung
Der Import von Bekleidung unterliegt meist strengen Bestimmungen, und in vielen Fällen ist eine Einfuhrgenehmigung erforderlich. Welche Dokumente zur Erlangung dieser Genehmigung notwendig sind, richtet sich nach dem jeweiligen Ursprungs- oder Handelsland. Meist kann die Einfuhrgenehmigung schon vor Eintreffen der Sendung beantragt werden, wenn Sie die richtigen Dokumente von Ihrem Lieferanten rechtzeitig anfordern. Manche Waren dürfen generell nicht eingeführt werden.
Tipp Lassen Sie sich von Ihrem Lieferanten vor Abgang der Sendung die Begleitpapiere faxen. So können Sie Problemen durch fehlende oder mangelhafte Dokumente bei der Einfuhr vorbeugen.
Customs Airports[Bearbeiten]
Auch eine Luftfrachtsendung muss den Zollbestimmungen des Abgangs- und des Ankunftslandes entsprechen. Aus diesem Grund dürfen Luftfrachtsendungen nur von (bzw. nach) Flughäfen geschickt werden, die die notwendige Zollabfertigung ermöglichen, den sogenannten „Customs Airports“.
Ladbarkeit[Bearbeiten]
Es gibt je nach Flugzeugtyp und Destination Limits im Bezug auf Dimensionen und Bruttogewicht des einzelnen Packstückes. Bei größeren Packstücken kommt es manchmal auf den Zentimeter an, ob die Ware in dem betreffenden Flugzeug verladbar ist oder nicht. Dies hängt zwar hauptsächlich von der Höhe ab, doch auch die Breite und Länge kann den Transport mit einem bestimmten Flugzeugtyp undurchführbar machen. Als Hilfestellung die maximal ladbare Höhe (sofern Länge und Breite dies ermöglichen) bei einigen gängigen Flugzeugtypen:
Maximal ladbare Höhen per Flugzeugtype[Bearbeiten]
| Airbus 310, 340 | 160 cm |
| Airbus 320 | 114 cm |
| Boeing 737 | 86 cm |
| Boeing 747 | 160 cm |
| Boeing 747 F (Frachtmaschine) | 300 cm |
| Boeing 747 M (Mixed Version) | 300 cm |
| MD 80 | 70 cm |
Generelle Empfehlung[Bearbeiten]
innerhalb Europas max. 70 cm
nach Übersee max. 160 cm
max. Gewicht pro Packstück ca. 70 kg
Alle Fluglinien benützen bei Großraumjets genormte Lademittel, wie Luftfrachtpaletten oder Container. Manche Fluglinien haben für Spezialtransporte eigene Container zur Verfügung (z.B. für hängende Bekleidung, Kühlgüter, lebende Tiere etc.).
Die gängigsten Paletten und Containerarten
LD 3-Container
LD 7-Kühl-Container
AKH-Container
AAY-Container (Euro-Container)
LD 7-Container
10 Feet-Palette
Preise[Bearbeiten]
Preise (Luftfracht-Raten) werden immer per kg/6dm3 angeboten.
Man kann es auch Volumsverhältnis 1 : 6 oder 1 m3 = 167 kg nennen.
Das heißt, Sie bezahlen entweder das Gewicht oder den benötigten Platz für den Transport Ihrer Sendung.
Die Berechnung, ob Sie das Gewicht oder den Platz bezahlen, basiert auf folgenden Schema:
Länge (cm) X Breite (cm) X Höhe (cm)
___________________________________
6000
ergibt das Volumsgewicht in kg
Beispiel 1
Sie versenden 1 Kiste mit 80 kg mit den Maßen 50 x 50 x 50 cm. Sie multiplizieren: 50 x 50 x 50 cm = 125.000 cm3 Sie dividieren: 125.000 cm3: 6000 = 20,83 kg Volumsgewicht Da das tatsächliche Gewicht mit 80 kg höher ist als das Volumsgewicht (20,83 kg), werden die 80 kg als frachtpflichtiges Gewicht verrechnet.
Beispiel 2
Sie versenden 8 Kartons mit einem Gesamtgewicht von 45 kg. Alle Kartons sind gleich groß (60 x 40 x 20 cm je Karton). Sie multiplizieren: 8 Kartons x 60 x 40 x 20 cm = 384.000 cm3 Sie dividieren: 384.000 cm3: 6000 = 64 kg Volumsgewicht Da das Volumsgewicht über dem des aktuellen Gewichts liegt, werden 64 kg als frachtpflichtiges Gewicht verrechnet.
Transportart Volumsberechnung[Bearbeiten]
Luftfracht 1 m3 = 167 kg
LKW-Verkehr 1 m3 = 333 kg
Seefracht 1 m3 = 1.000 kg
Gefahrgut im Luftverkehr[Bearbeiten]
Tipp Besorgen Sie sich diese notwendigen Angaben von Ihrer Produktion oder Ihrem Lieferanten in Form eines DIN-Sicherheitsdatenblattes (Safety Data Sheet).
So wie bei LKW- und Seefrachttransporten gibt es auch bei der Luftfracht verbindliche Bestimmungen, die eingehalten werden müssen. Was aber ist Gefahrgut?
Es wird oft übersehen, dass in kompletten Geräten Gefahrgüter eingebaut sind (Batterien, Gaskartuschen etc.), oder dass die Werbeabteilung ein kleines Paket mit Gefahrgut (z.B. Werbefeuerzeuge, Streichhölzer, Kleber, etc.) beilegt. Auch manche Kosmetika zählen zum Gefahrengut. Und das kann ernste Folgen haben: Denn sollte es bedingt durch nicht oder falsch deklariertes Gefahrgut zu einem Unfall kommen, ist in der Luftfracht ausschließlich der Absender für den entstandenen Schaden haftbar. Sie müssen also über den genauen Inhalt Ihrer Sendung Bescheid wissen! Alle Gefahrgüter müssen deklariert werden (Formular: Shippers Declaration for Dangerous Goods) und den Vorschriften entsprechend verpackt sein.
Die „Shippers Declaration for Dangerous Goods“ enthält alle wichtigen Angaben des Produkts, die vorgeschriebene Verpackung, die UN–Nummer (Gefahrgut Kennnummer des Produkts) und muss vom Absender unterschrieben sein. Dazu benötigen Sie jedoch gewisse Details über die Ware, je nach Art der Gefahr, z.B.:
bei brennbaren Produkten den Flammpunkt
bei giftigen Produkten den LD 50 Wert
bei ätzenden Produkten die Nekrosezeit
Spezialisten, die Ihnen genaue Auskunft über die Gefahrgutvorschriften („Dangerous Goods Regulations“) geben können sollten befragt werden.
Es gibt laufend Änderungen der Vorschriften, beispielsweise bzgl. der Unbedenklichkeitserklärung oder dem Bekannten Versender.
Das Luftfracht-Latein[Bearbeiten]
3 Letter Code 3-Buchstaben-Abkürzung des Flughafens (z.B. JFK)
Airfreight forwarder Luftfracht–Spediteur
Airline Fluglinie
Airwaybill (AWB) Luftfrachtbrief
AMS Abk. für Automated Manifest System = Automatisierte Informationen für die Zollbehörden
Belly Flugzeug-Laderaum unter-halb des Passagierdecks
Black list Bestätigung der Fluglinie, meist von arabischen Kunden im Akkreditiv gefordert
Bonded Warehouse Zoll-Lager
Cargo Manifest
steht für Ladungsverzeichnis pro Ladungseinheit bzw. Transportmittel; in der Luftfracht also pro Flugzeug und Flug
Carrier Fluglinie
Charter gemietetes Flugzeug oder gemieteter Frachtraum
Consolidated airfreight Sammelluftfracht
Customs broker Zollagent
Customs Airport Zollflughafen
Dangerous goods Gefahrgut
CHECK IN Übergeben der Ware und der Transportdokumente an die Fluglinie
Embargo Vorübergehendes Verbot, Sendungen zu einem bestimmten Ort bzw. Land zu versenden
Fuel surcharge (FSC) Variabler Treibstoffzuschlag der Fluglinien
House-airwaybill (HAWB) Luftfrachtbrief des Spediteurs (wird bei Sammel-Sendungen verwendet)
I.A.T.A International Air Transport Association – Intern. Dachorganisation für die gesamte Luftfahrt
Lower deck Frachtraum unter dem Passagierdeck
Main Deck Hauptdeck in Frachtflugzeugen oder in Mixed Version Flugzeugen
Master-Airwaybill (MAWB) Sammelluftfrachtbrief von Spediteur zu Spediteur (Consolidation) oder wenn der Letter of Credit dies verlangt
Mixed version Flugzeug mit geteiltem „Main Deck“ für Passagiere und Fracht
Pallet station Palettenstation zum Abfertigen von Flugpaletten
Prefix Die ersten 3-Ziffern = Abk. für die jeweilige Fluglinie auf den Fracht-/Passage-Dokumenten (z.B. AWB 257-... = Austrian Airlines)
Routing Transportweg der Fracht (z.B. über diverse Umlade-Flughäfen)
Routing Order Genereller Auftrag an einen bestimmten Geschäftspartner, seine Sendungen zu den mit Gebrüder Weiss vereinbarten Tarifen und Service zu versenden
Unit load devices (ULD) Verschiedene Lademittel im Luftfracht-Transport
Volume weight Volumsgewicht, bei sperriger Ware
Warszaw convention Warschauer Konvention – Internationales Abkommen über den Luftfrachttransport (regelt auch die Haftungen)
War risc surcharge (WSC) oder Security Surcharge (SSC) Kriegs- bzw. Sicherheitszuschlag der Fluglinien, der seit dem 11. September 2001 erhöhte Versicherungskosten abdeckt
Road Feeder Service (RFS) - Fluglinien-Ersatzverkehr mittels LKW
Fluglinien – Abkürzungen und Codes[Bearbeiten]
Jede Fluglinie bekommt von der I.A.T.A. (Int. Air Transport Association) einen Code, bestehend aus einer 3-stelligen Zahlen-Kombination (PREFIX) sowie einer 2-Buchstaben-Abkürzung, zugewiesen. Diese Codes finden Sie bei allen Dokumenten, die im Luftverkehr Anwendung finden (z.B. Airwaybill- oder Ticketnummern beginnen mit diesen Codes).
| SU | 555 | Aeroflot |
| AR | 044 | Aerolinas Argentinas |
| AC | 014 | Air Canada |
| AF | 057 | Air France |
| AI | 098 | Air India |
| AZ | 055 | Alitalia |
| AA | 001 | American Airlines |
| OS | 257 | Austrian Airlines |
| LZ | 196 | Balkan Bulgarian |
| BA | 125 | British Airways |
| CV | 172 | Cargolux |
| CX | 160 | Cathay Pacific |
| CI | 297 | China Airlines |
| DL | 006 | Delta Air |
| LY | 114 | El-Al |
| BR | 695 | Eva Air |
| AY | 105 | Finnair |
| GA | 126 | Garuda Indonesia |
| IB | 075 | Iberia |
| IR | 096 | Iran Air |
| JL | 131 | Japan Airlines |
| KE | 180 | Korean Air |
| KL | 074 | K.L.M. |
| LH | 020 | Lufthansa |
| MH | 232 | Malaysian Air |
| MP | 129 | Martinair |
| KZ | 933 | Nippon Air |
| NW | 012 | Northwest Airlines |
| OA | 050 | Olympic Airways |
| PK | 214 | Pakistan Airlines |
| RJ | 512 | Royal Jordanian |
| SV | 065 | Saudi Arabian Air |
| SQ | 618 | Singapore Airlines |
| SA | 083 | South African Airways |
| LX | 724 | Swiss |
| SK | 117 | S.A.S. |
| TG | 217 | Thai Airways |
| TP | 047 | T.A.P. Air Portugal |
| RG | 042 | Varig |
| QZ | 169 | Zambia Airways |
| UA | 016 | United Airlines |
| ZA | 708 | ZAS |
Weblinks[Bearbeiten]
siehe auch[Bearbeiten]
Verantwortlicher[Bearbeiten]
Karin Erlacher-Boeheim